Für das faire Buchen von Ladepunkten am Arbeitsplatz brauchen Sie keine Ladestationsmanagement-Plattform (CPMS), sondern ein Buchungs-Tool: Mitarbeitende reservieren feste Zeitfenster, klare Regeln verteilen die knappen Plätze. Reine Buchungs-Apps oder Workplace-Suiten mit Lade-Slot sind dafür einfacher und günstiger als OCPP-basierte Software – solange Sie den Strom nicht pro kWh weiterberechnen wollen.
Welche Arten von Apps gibt es überhaupt?
„App zum Ladesäule buchen" führt schnell in die falsche Ecke des Marktes. Grob gibt es vier Kategorien – nur eine davon ist für das reine Reservieren einiger Firmen-Ladepunkte gebaut:
1. Buchungs-first Tools für geteilte Ladepunkte
Diese Werkzeuge lösen genau ein Problem: Ein fester Satz Ladepunkte, mehr Fahrer als Plätze, und alle sollen fair drankommen. Mitarbeitende buchen ein Zeitfenster, Regeln (max. Dauer, Vorlaufzeit) verteilen die Slots, Benachrichtigungen erinnern an Beginn und Ende. Kein OCPP, keine kWh-Abrechnung, geringer Einrichtungsaufwand. ChargeSlot gehört hierher; smartBRICKS (aus dem Desk-Sharing-Umfeld) bietet Ladeplatz-Buchung als Teil einer Workplace-Suite.
2. CPMS / Ladestationsmanagement
Plattformen wie ChargePoint, Monta, reev oder vaylens steuern Ladehardware über OCPP, rechnen kWh ab und managen Lastspitzen. Das ist mächtig – und für „drei Wallboxen im Mitarbeiterparkhaus fair verteilen" deutlich überdimensioniert. Reservierung ist hier bestenfalls eine Nebenfunktion. Sinnvoll, sobald Sie öffentlich laden lassen, pro kWh abrechnen oder Lastmanagement über viele Ladepunkte brauchen.
3. Generische Buchungs- und Kalender-Tools
Microsoft Bookings, Outlook-Kalender, Desk-Booking-Software oder eine Excel-Liste an der Wand. Kostet wenig, kennt aber keine Ladelogik: keine EV-spezifischen Regeln, keine automatischen Benachrichtigungen an die nächste Person, keine Standort-Übersicht. Funktioniert bei einem Ladepunkt und viel Disziplin – skaliert schlecht.
4. Parkplatz-Apps mit Lade-Slot
Apps wie Parkalot oder Toogethr kommen vom Parkplatz-Sharing und buchen einen Ladeplatz gleich mit. Gut, wenn Parken das Hauptthema ist und Laden nur ein Häkchen. Weniger passend, wenn die Ladepunkte selbst der Engpass sind und faire Rotation zählt.
Vergleich auf einen Blick
| Ansatz | Faire Slot-Buchung | EV-Regeln & Benachrichtigungen | OCPP nötig? | Preismodell (typisch) |
|---|---|---|---|---|
| Buchungs-first Tool | Ja, Kernfunktion | Ja | Nein | Pro Standort oder pro Ladepunkt/Monat |
| CPMS / Ladestationsmanagement | Nebenfunktion | Teilweise | Ja | Pro Ladepunkt + Transaktionsgebühren |
| Kalender / Excel | Manuell | Nein | Nein | Günstig bis kostenlos |
| Parkplatz-App mit Lade-Slot | Ja (park-zentriert) | Teilweise | Nein | Pro Nutzer oder pro Stellplatz |
Wann brauche ich ein CPMS statt einer Buchungs-App?
Die ehrliche Abgrenzung: Ein CPMS lohnt sich, wenn Sie den geladenen Strom pro kWh an Dritte abrechnen, öffentlich zugängliche Ladepunkte betreiben oder aktives Lastmanagement über viele Ladepunkte hinweg brauchen. Geht es dagegen nur darum, dass Ihre Mitarbeitenden einen festen Satz Ladepunkte fair unter sich aufteilen, ist eine Buchungs-App der kürzere, günstigere Weg – ohne OCPP-Projekt.
Worauf sollte ich bei einer Buchungs-App achten?
- Faire Verteilungsregeln: maximale Buchungsdauer und Vorlaufzeit pro Station, damit niemand den Ladepunkt den ganzen Tag blockiert.
- Automatische Benachrichtigungen: Erinnerung vor Beginn und zum Ende der Buchung.
- Mehrere Standorte in einem Konto, falls Sie mehr als ein Gebäude betreuen.
- Sprachen & DSGVO: deutsch- und englischsprachige Oberfläche, Datenverarbeitung in der EU.
- Kein OCPP-Zwang: die App sollte mit Ihren vorhandenen Wallboxen funktionieren, ohne dass Sie ein Backend anbinden müssen.
Genau auf diese Punkte ist ChargeSlot als Buchungssoftware fürs Laden am Arbeitsplatz ausgelegt: Zeitfenster, Regeln, Benachrichtigungen und Manager-Dashboard – bewusst ohne kWh-Abrechnung und ohne OCPP-Komplexität.
Was kostet das?
Buchungs-Tools rechnen meist pauschal pro Standort oder pro Ladepunkt ab. ChargeSlot startet bei 29 €/Monat (Starter, monatliche Abrechnung) inklusive 14 Tage kostenloser Testphase; ab drei Ladepunkten wird pro Ladepunkt abgerechnet. CPMS-Plattformen verlangen zusätzlich Transaktions- oder Backend-Gebühren, die sich erst ab echter kWh-Abrechnung rechnen.
Häufige Fragen
Brauche ich OCPP, um Ladeplätze buchbar zu machen?
Nein. Für Reservierung und faire Verteilung genügt eine Buchungs-App auf Organisationsebene. OCPP brauchen Sie erst, wenn die Software die Hardware direkt steuern oder pro kWh abrechnen soll.
Ist das Laden am Arbeitsplatz steuerfrei?
Ja. Das kostenlose oder verbilligte Aufladen privater und dienstlicher Elektrofahrzeuge beim Arbeitgeber ist nach § 3 Nr. 46 EStG lohnsteuer- und sozialabgabenfrei – vorausgesetzt, der Vorteil wird zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt. Die Regelung gilt laut BMF-Schreiben vom 11.11.2025 bis Ende 2030. Eine Buchungs-App ändert an dieser steuerlichen Einordnung nichts.
Wie teilen wir drei Ladepunkte fair unter zwölf Mitarbeitenden auf?
Legen Sie pro Ladepunkt ein maximales Zeitfenster fest (z. B. drei Stunden), begrenzen Sie die Vorausbuchung auf wenige Tage und lassen Sie Mitarbeitende selbst buchen. So rotieren die Plätze automatisch, statt dass wer zuerst kommt den ganzen Tag steht.